Lars Donath

Lars, Du läufst am kommenden Wochenende 100 Meilen, also 161 km, durch das Leinebergland. Wie bereitest Du Dich auf so eine Distanz vor?

Laufen, laufen, laufen. In der unmittelbaren Vorbereitung habe ich einen 70 Kilometer langen Trainingslauf auf Teilen der späteren Wettkampfstrecke absolviert und eine Woche vorher bin ich 50 Kilometer gelaufen. Dazwischen weniger lange Läufe bis 20 Kilometer, um dem Körper Zeit zur Regeneration zu geben. Der Testlauf war wichtig, um neue Streckenabschnitte, die es in diesem Jahr gibt, kennenzulernen.

2011 warst Du zuletzt beim Stunt 100 zu Gast, es war dein erster 100 Meiler und Du und konntest prompt den Streckenrekord verbessern. Jetzt gehst Du mit viel mehr Erfahrung auf der 100 Meilen-Distanz an den Start und kannst auf einige Erfolge im Ultrabereich zurückblicken. Was ist dein Ziel?

Eine Verbesserung des Streckenrekordes wäre natürlich schön. Aber so etwas kann man nicht planen, schon gar nicht bei der Distanz. Da spielen viele Faktoren eine Rolle, die ich nicht beeinflussen kann. Ich werde ca. zwanzig Stunden unterwegs sein und in dieser Zeit kann viel passieren. Dazu hat die Strecke im Vergleich zu 2011 circa 1300 Höhenmeter mehr. Das ist im Leinebergland ein ständiges auf und ab mit kräftezehrenden kurzen, steilen Anstiegen. Ein gleichmäßiges Tempo ist wichtig, regelmäßiges Essen und Trinken an den Verpflegungsstellen und besonders schön ist es, wenn ich mit einem anderen Starter zusammen laufe. Dann ist alles kurzweiliger und die Wahrscheinlichkeit sich zu verlaufen ist auch geringer (lacht).

Der Start ist um acht Uhr, Du wirst also den ganzen Tag und die halbe Nacht unterwegs sein. Nach der Abkühlung in den vergangenen Tagen soll es am Wochenende wieder sehr heiß werden. Was ist schwieriger zu ertragen: die Hitze des Tages oder die Dunkelheit der Nacht?

Tagsüber ist es definitiv härter. Die Strecke ist an vielen Stellen stark bewachsen, sodass ich wahrscheinlich mit einer langen Hose laufen muss, um mich vor Brennnesseln und Zecken zu schützen. Das hat zur Folge, dass ich mehr trinken, gleichzeitig aber darauf achten muss, immer wieder ausreichend Mineralstoffe aufzufüllen, die über den Schweiß verloren gehen. Die Nacht ist dagegen sehr angenehm. Es wird kühler und die Stimmung im Wald verändert sich. Gegen Müdigkeit und schwindende Konzentration helfen dann Freunde, die einen Teil der Strecke mitlaufen oder Lieder, die ich für die Tiere im Wald singe.

Lars, wir danken Dir für das Interview, drücken Dir die Daumen und wünschen Dir alles Gute für den Stunt 100.